Auch in diesem Jahr wurde der „Tag der Befreiung“ am Ehrenmal im Peiner Herzberg würdig begangen. Kreisvorsitzender Peter Baumeister wies vor den etwa 70 Anwesenden auf die Wahlerfolge der AfD hin und forderte dazu auf, sich inhaltlich mit den Positionen auseinanderzusetzen. Da geht es um Hetze gegen Muslime, wo wir uns für Religionsfreiheit einsetzen oder das an den Pranger stellen von Lesben und Schwulen, wo hart umkämpfte Freiheitsrechte beschnitten werden sollen. Die AfD will zurück zur Atomkraft und die Erbschaftssteuer kappen, was Steuergeschenke für Reiche bedeutet. Peter Baumeister verurteilte auch die Aussagen von Frauke Petry und Beatrix von Storch, wenn sie den Schusswaffengebrauch gegen Flüchtlinge fordern. Die stellvertretende Landrätin Eva Schlaugat wies in ihrem Grußwort darauf hin, dass sich als Folge der Wirtschafts- und Eurokrise ein neuer Nationalismus, Ressentiments gegenüber anderen Staaten und Rechtspopulismus breitgemacht haben. Sie stellte klar: Der Landkreis Peine ist weltoffen und mitmenschlich und bietet allen, gleich welcher Herkunft oder Konfession, ein Zuhause. Weiter sagte sie: „Ich möchte allen Einzelpersonen und Initiativen danken, die sich bei uns gegen Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit und für die Wahrung unserer Werte engagieren“. Peines Superintendent Dr. Volker Menke zitierte Albert Schweitzer, der sich „für eine Ehrfurcht vor dem Leben“ einsetzte. Er lobte das Engagement und die Aktivitäten von Bürgern, bei denen man spürt, dass sie sich genau für diese „Ehrfurcht“ positionieren. Volker Menke stellte fest: „Wenn Menschen und Gruppierungen mit dem Anspruch antreten, wir sind das Volk, nur eine Stimme zählt, die eigene, ist das Fundamentalismus, der schlimme Folgen annehmen und böse Konsequenzen zeitigen kann“. Dem setzte er die Aussagen des Grundgesetzes entgegen, denn die Würde des Mitmenschen ist unantastbar. Was man sich selber zubilligt, gilt auch für alle anderen. Frank Raabe-Lindemann, DGB Kreisvorsitzender, ging in seiner Rede auf das Potsdamer Abkommen ein. Darin heißt es: „Der deutsche Militarismus und Nazismus werden ausgerottet“. Auch das Grundgesetz in Artikel 139 folgt diesem Grundsatz, dass neonazistische Organisationen nicht verboten werden müssen, sondern sind verboten. Diese müssen aufgelöst werden. Raabe-Lindemann zitierte auch Willy Brandt, der in seiner Rede beim Beitritt der Bundesrepublik 1973 zur UNO betonte, dass genau diese Bestimmungen noch Gültigkeit haben. Nachdem zahlreiche Organisationen und Parteien ihre Kränze und Gestecke niedergelegt hatten, beendete Klaus Perger die sehr gelungene Veranstaltung mit seinem dritten Antikriegslied. Peter Baumeister
Tag der Berfreiung
25. Juni 2016
Jahreshauptversammlung
26. Februar 2016
Bei der gut besuchten Jahreshauptversammlung der Peiner VVN-Bund der Antifaschisten wurde Peter Baumeister einstimmig in seinen Ämtern als erster Vorsitzender und Kassierer bestätigt, Stellvertreter bleibt Udo Meyer. Neue Schriftführerin wurde Gesine Baumeister, zu Revisoren wurden Hermann Spörl, Renate Meyer und Hans Minkoley gewählt. In seinem Rückblick ging Peter Baumeister auf den erfolgreichen „Tag der Befreiung“ am 8. Mai im Peiner Herzberg ein, wo der Bundestagsabgeordnete Hubertus Heil, die stellvertretende Landrätin Eva Schlaugat und der Vizekonsul der Russischen Föderation Andrey Kudryavtsev Reden hielten. Viele Organisationen und Parteien legten Kränze nieder. Im November wurden sechs Stolpersteine durch den Künstler Gunter Demnig im Stadtgebiet verlegt, insgesamt sind es jetzt 55. Es wurde angeregt, ein neues Faltblatt mit den genauen Standorten zu erstellen. Bei der Kundgebung gegen die NPD im Februar und dem „Fest der Kulturen“ im Juni haben Mitglieder der VVN entscheidend zum Erfolg beigetragen. Für 2016 kündigte Peter Baumeister an, dass am 9. Mai u.a. Schülerinnen und Schüler der Bowi das Programm gestalten. Dabei soll erreicht werden, dass der Autoverkehr bei dem Gedenken für diese Zeit nicht mehr stattfindet, da er als sehr störend empfunden wurde. Er rief dazu auf, sich auch am diesjährigen Kulturfest am 4. Juni mit aller Kraft zu beteiligen. Weiter schlug Baumeister vor, den Internetauftritt zu verbessern und erklärende Tafeln für die Zwangsarbeier auf dem Gunzelin-Friedhof und der Telgter Begräbnisstätte, in Zusammenarbeit mit dem Kreisheimatbund, zu erstellen. Er forderte die knapp 15 Anwesenden auf, an der Gedenkfeier im ehemaligen KZ Bergen-Belsen am 17. April teizunehmen. In der lebhaften Diskussion wurde vorgeschlagen, eine Ausstellung zu Widerstand und Verfolgung von 1933 – 45 zu organisieren, sich der Flüchtlingsproblematik anzunehmen und eine Veranstaltung mit dem Film „Mut zu Leben – Die Botschaft der Überlebenden von Ausschwitz“ zu organisieren. Auch mit dem Medium „facebook“ sollen die Ideen und Ziele der Vereinigung verbreitet werden. Leider fand sich für die Vertretung im Landesvorstand außer dem Vorsitzenden keine weitere Person. Ein gemeinsames Essen beschloss die sehr ermutigende Veranstaltung. -bm-
5. Stolpersteinverlegung in Peine
26. Februar 2016
Schon zum 5. Mal wurden Stolpersteine in Peine verlegt – damit sind es insgesamt 55 im Landkreis. An diesem Tag im November waren es sechs dieser Gedenksteine, die der Künstler Gunter Demnig aus Köln ins Pflaster einließ. Organisiert wurde diese Aktion vom DGB, dem Kreisheimatbund und der VVN-Bund der Antifaschisten. Der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Peine, Ewald Werthmann, begrüßte ausdrücklich diese Aktion, die die Unterstützung der Stadt findet. Er freute sich über die große Zahl, denn damit wird das Gedenken an die Opfer und Verfolgten für immer wachgehalten. Dr. Jens Binner, stellvertretender Vorsitzender des Kreisheimatbundes, stellte an den einzelnen Standorten die Lebensläufe vor. Er wies darauf hin, dass bei dieser Verlegeaktion fast überwiegend der politischen Widerstandskämpfer gedacht wurde. Binner verdeutlichte, dass die Verhaftungen unter den Augen der Bevölkerung geschahen, denn die Bewohner lebten mitten in der Stadt. Der Historiker erinnerte daran, dass in Peine immer noch eine Straße nach Richard Langeheine benannt ist. Der ehemalige Peiner Bürgermeister und Kultusminister in Niedersachsen war 1933/34 Kreisleiter der NSDAP und Oberbürgermeister in Stolp/Pommern. Damit hat der Ehrenbürger eine aktive Rolle im NS-Staat bekleidet und das verbrecherische Regime unterstützt. Leider ist eine Umbenennung nicht erwünscht. Zuvor hatte der Kreisvorsitzende der VVN-BdA, Peter Baumeister, den Spendern für die Stolpersteine gedankt und die Namen verlesen. Im Anschluss erklärten Schülerinnen einer 10. Realschulklasse den Sinn von Stolpersteinen und legten Blumen neben einem Stein nieder. Damit fand diese Veranstaltung vor rund 80 Anwesenden einen würdigen Abschluss. Peter Baumeister I