Besichtigung von zwei jüdischen Friedhöfen in Hannover
1. November 2026
Auf Initiative der Peiner VVN-Bund der Antifaschisten besichtigten 10 Interessierte den „Alten jüdischen Friedhof“ und „jüdischen Friedhof Strangriede“ in Hannover. Geführt wurden sie von Peter Schulze, einem sehr kompetenten Historiker der jüdischen Geschichte in Hannover.
Zuerst wurde der „alte jüdische Friedhof“ in der hannoverschen Nordstadt besucht. Es ist die älteste jüdische Begräbnisstätte nördlich der Mainlinie. Er wurde auf einer Sanddühne errichtet, nach rund dreihundert Jahren wurde er geschlossen. Einmal wurde er künstlich aufgeschüttet, die alten Steine wurden nach oben gezogen. So kann man Grabsteine aus unterschiedlichen Jahrhunderten sehen. Das Grab des Großvaters von Heinrich Heine ist ebenfalls dort zu finden. Es ist der am besten erhaltene Friedhof aus alten Zeiten mit rund 700 Grabsteinen.
Nach der Schließung dieser Begräbnisstätte wurde der Friedhof „Strangriede“ in den Jahren 1861-64 errichtet und diente bis 1924 für Bestattungen. Etwa 3500 Grabsteine sind zu sehen, darunter das monumentale Bauwerk von Moritz Simon. Dieser hatte eine bedeutende Gartenbauschule gegründet, auch in Peine gab es einen Ableger davon. Die Straße „An der Simonstiftung“ nahe dem Krankenhaus trägt noch heute seinen Namen.
Nach jüdischer Überzeugung sind im Tod alle gleich, was man an ähnlichen Grabsteinen erkennen kann. Aber in der Wirklichkeit sind „manche gleicher“, um die Bedeutung hervorzuheben.
Die Teilnehmer waren begeistert von den umfangreichen Erläuterungen des Referenten. Es gab einen großen Erkenntnisgewinn.
Peter Baumeister




Fotos: Britta Lindemann





